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Regen

Ein alter Mann kam mir auf der Gasse entgegen und fixierte mich mit seinen stahlblauen Augen. Ich merkte wie ich langsam eine Gänsehaut bekam. Er trug alte Lumpen und klammerte sich an seiner Krücke fest. Es schien mir als wäre sie sein einziger Stützpunkt, das einzige was ihm sicher vorkam. Mit gesengtem Blick ging ich an ihm vorbei. Warum? Weil man mir früher beigebracht hatte niemanden anzustarren. So schob ich den alten Mann aus meinen Gedanken. Es war ein äußerst stürmischer Tag und der Himmel hatte sich schon verdunkelt. Die bunten Laubblätter wurden von dem Wind in der Gasse herum gewirbelt. Mit einer Hand auf seinem Hut und mit der anderen Hand den Mantel zuhaltend sah ich einen Mann vorbei stürmen. Dann kam mir einer entgegen der seinen Regenschirm gerade öffnete. Erst jetzt bekam ich mit das es begonnen hatte zu regnen, doch anstatt ich begann meinen Schritttempo zu erhöhen wie die meisten Leute die jetzt noch draußen waren. Vielleicht lag es daran das ich auch nur fünf Minuten von hier entfernt wohnte. Nugu war ein kleines Viertel und es ließ sich hier gut leben. In den Gassen und Straßen lagen viele kleine Geschäfte. Ich fand es hatte alles hier eine gewisse Gemütlichkeit. Man konnte sich hier einfach nur wohlfühlen. Die meisten Häuser waren nur vier oder fünf geschossig, was ja auch irgendwie an Höhe reichte und sie waren Altbau. Es wurde langsam immer dunkler und immer später. Also ging ich kurz zu mir, rief meine Freundin an und sagte ihr, dass ich mit Wilhelm vorbei kommen würde. Wilhelm war ein Neupfundländer. Treu. Gutmütig. Gehorsam. Ja all das was ein Hund ausmachen sollte. Seit ich vierzehn war wachte er jetzt schon über mich. Mittlerweile war er fünf. Also forderte ich ihn auf mitzukommen hang mir seine Leine und meine Tasche und verschloss hinter mir die Tür zu meiner Wohnung. Die Wohnung war nicht groß, hatte zwei Zimmer und Küche und Bad und ganz nach meinem Geschmack ein gerichtet. Unten wieder auf der Straße ließ ich den Regen auf mich herab prasseln. Der Regen schien Wilhelm genauso wenig aus zumachen wie mir. So trotteten wir beide durch das Viertel bis zu meiner Freundin, die nur zehn Minuten entfernt wohnte.

16.12.10 23:39

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